Wie geht es der Ostsee und der Eckernförder Bucht?

08.12.2025
Michael Kreuzer

wahlen

Eine Frage, die sich wohl jeder stellt, der in unserer Gemeinde wohnt, die ja wirklich traumhaft an der Ostsee mit ihren schönen Buchten und Stränden gelegen ist. Unser erster Vorsitzender Michael Kreuzer hatte die Gelegenheit, Vorträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums zum aktuellen Zustand der Ostsee zu verfolgen.

Auch das Umweltbundesamt kommt zu dem Schluss, dass die westliche Ostsee in keinem guten Zustand ist. Die Ursachen liegen in den fortdauernden Belastungen durch Nährstoffe, Schadstoffe, Müll, Unterwasserlärm und in Teilen zu intensive Nutzung.

Tickende Zeitbomben

Ein besonderes Problem bleibt, auch 80 Jahre nach Kriegsende, die versenkte Munition. Ein Gebiet in dem ebenfalls Munitions vermutet wird, liegt direkt vor dem Ortsteil Surendorf, und bisher wurde noch nicht einmal mit einer Bestandsaufnahme begonnen. Immerhin: In anderen Regionen gab es bereits erfolgreiche Testbergungen und Bund und Land haben Geld für diese Jahrhundertaufgabe zugesagt.

Todeszonen

In tieferen Wasserschichten breiten sich sogenannte sauerstoffarme Todeszonen aus, was bereits in der Eckernförder Bucht zu massiven Fischsterben geführt hat. Der Effekt, den man sich durch die 16-prozentige Einsparung von Nitrat durch die neue Gülleverordnung erhofft hatte, wird durch die durchschnittliche Erwärmung des Wassers um 1,3 Grad weitgehend neutralisiert. Lobenswert: Vom GEOMAR wurde ausdrücklich das Engagement vieler Landwirtinnen und Landwirte hervorgehoben, die mit wichtigen Erkenntnissen zur Forschung beitragen.

Schrumpfende Fischbestände

Die Kabeljaubestände haben sich nicht erholt, die Heringsbestände gehen weiter zurück, und der Dorsch wird laut Experten in der Ostsee wohl komplett aussterben. Die EU-Kommission hat ein Ende der Überfischung in der Ostsee gefordert. Deutsche Fischer dürfen nach einem Beschluss jedoch fast so weitermachen wie zuvor, die Fangquoten für Sprotte und Hering in der zentralen Ostsee wurden sogar deutlich erhöht.

Ohne Zweifel sind sofort ganzheitliche Maßnahmen erforderlich, die das Überleben der bedrohten Fischpopulationen sichern und die Gesundung der Ostsee ermöglichen. Dabei muss es über die bereits erfolgte Ausweisung von Schutzgebieten hinausgehen.

Hier ist aber auch jede und jeder Einzelne gefragt: Wie respektlos gegenüber Umwelt und Mitmenschen ist es zum Beispiel, Zigarettenstummel am Strand liegen zu lassen?

Lichtblicke gibt es zum Glück ebenfalls: Der Zustand der küstennahen Bereiche hat sich verbessert, und partiell ist ein Ausbreiten der so wichtigen Seegraswiesen zu beobachten.

Nur gemeinsam können wir unsere Ostsee schützen – dafür sollte es unser Motto sein: Verantwortung übernehmen, handeln und unsere Heimat bewahren.